Hanami: Zur Kirschblütenzeit in Tokio

Die schönste und damit auch beliebteste Zeit nach Japan zu reisen, ist die Kirschblütenzeit. Zum Frühlingsbeginn taucht ganz Japan in ein rosa-weißes Kirschblüten-Meer. Ein großer Teil der Laubbäume sind Kirschbäume, daher erlebt man selbst in der Metropole Tokio zur Kirschblütenzeit ein ganze besonderes Naturspektakel. Tokios Einwohner treibt es in die verschiedenen Parks, die zu dieser Zeit mit besonders vielen schönen Blüten glänzen. Mindestens genauso spannend wie die Kirschblüte ist es aber wohl, den Japanern bei diesem Spektakel zuzusehen: es wird viel fotografiert, posiert, gegessen und flaniert.

Die japanische Kirschblüte (Sakura) gilt als eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Sie steht für Aufbruch/ Neuanfang und Schönheit, aufgrund ihrer kurzen Blütezeit (etwa 10 Tage) aber auch gleichzeitig für die Vergänglichkeit dieser Schönheit. Mitte März beginnt sie im Süden des Landes, in Kyūshū, zu blühen und wandert in Richtung Nordosten, bis die Kirschblüte Anfang Mai in Hokkaidō ankommt.

So drängen sich nicht nur am Wochenende Tausende auf die Freiflächen der Parks, um Hanami (jap. für “Blüten betrachten”) zu feiern. Mit Kameras bewaffnet und auf großen blauen Kunststoffplanen genießen Japaner mit Freunden und Familie das Naturschauspiel. Das allabendliche volksfestartige Feiern der Kirschblüte ist besonders unter Studenten und Arbeitskollegen beliebt, die sich nach Feierabend mit Bier, Sake und Bentoboxen ausgestattet zum gemeinsamen Hanami treffen.

Etwas friedlicher und familienfreundlicher geht es im Shinjuku Gyoen Park zu. Der Park ist einer der größten und beliebtesten Tokios und nur einen kurzen Fußweg von der Shinjuku Station entfernt. Ordnungshüter (s. Bild) sorgen in diesem Park dafür, dass das Alkoholverbot auch eingehalten wird. Im Shinjuku Gyoen Park stehen 1300 Kirschbäume 65 unterschiedlicher Arten. Dank dieser Vielfalt können hier sogar von Februar bis Ende April Kirschbäume bewundert werden, denn während einige Kirschblüten schon verblüht sind, blühen andere Arten erst noch richtig auf. Genauso war es auch, als wir Mitte April vor ein paar Jahren zum Ende der Kirschblütenzeit in Tokio waren. Dabei habe ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, einige Impressionen mit meiner Kamera einzufangen. Genau genommen war es eine geliehene Kamera, mit der ich mich nicht wirklich auskannte – ein paar schöne Bilder des Hauptdarstellers – der Kirschblüte – und andere Schnappschüsse sind dabei dennoch entstanden.

Ganz unten gibt es noch einige wichtige Informationen und weiterführende Links

Solltest du die Kirschblütenzeit bereits verpasst haben, bist du vielleicht genau zur richtigen Zeit in Japan, um den Fuji zu besteigen. Den Beitrag über meine Nachtwanderung auf den Vulkan findest du hier.

Shinjuku Gyoen Park

  • Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 09:00 – 16:30 (Einlass bis 16:00)
  • Geschlossen: Montags (wenn Montag ein Feiertag ist, bleibt der Park am darauffolgenden Dienstag auch geschlossen)
  • Eintritt: 200 Yen (ca. 1,50 €)/ Erwachsene; 50 Yen/ Kinder
  • Ende März/ Anfang April hat man hier noch die besten Chancen auf Kirschblüten
  • Zugang über drei Eingänge:
    • Shinjuku-Gate (s.Bild unten): 10 Minuten zu Fuß von der “Shinjuku Station” (New South Exit) oder 5 Minuten von der Station “Shinjukugyoenmae”
    • Okido-Gate: 5 Minuten zu Fuß von der Station “Shinjukugyoenmae”
    • Sendagaya-Gate: 5 Minuten zu Fuß von der “JR Sendagaya” Station
  • Mehr Informationen gibt’s auf der Seite des Parks (Englisch)

 Japanische Kirschblüte Kirschblütenzeit Tokio cherry blossom  Japanische Kirschblüte Kirschblütenzeit Tokio cherry blossom

 

   

 

 

   

 

Japanische Kirschblüte Kirschblütenzeit Tokio cherry blossom

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Weitere Informationen

Zeit: Die Zeitverschiebung bzw. die aktuelle Uhrzeit gibt’s hier

Visum: Deutsche Touristen und Geschäftsreisende benötigen für eine Aufenthaltsdauer bis zu 180 Tagen kein Visum. Am Flughafen bekommt man zunächst eine Aufenthaltserlaubnis für 90 Tage erteilt, kann diese aber verlängern. Mehr Infos dazu gibt’s auf der Seite des Auswärtigen Amtes. Infos für Inhaber anderer Pässe gibt’s z.B. auf der Seite der japanischen Botschaft in Deutschland.

Geld: Japanischer Yen (¥) – den aktuellen Wechselkurs zu Euro gibt’s hier

In Japan herrscht Linksverkehr.

Wichtige Feiertage

Fällt einer der Feiertage auf einen Sonntag, wird er auf den folgenden Montag verlegt. Ist auch dieser Tag ein Feiertag, fällt er auf den folgenden Dienstag. Sind z.B. Dienstag & Donnerstag Feiertage, so wird der Tag dazwischen – in dem Fall also Mittwoch – ebenfalls zum Feiertag.

  • Ganjitsu ( Neujahrstag): (01. Januar)
  • Seijin-no-hi (Tag der Volljährigkeit): immer der zweite Montag im Januar (08. Januar 2018, 14. Januar 2019)
  • Kenkoku Kinem-bi (Tag der Staatsgründung): 11. Februar
  • Midori-no-hi (Tag des Grüns): 29. April
  • Kenpo Kinem-bi (Tag der Verfassung): 03. Mai
  • Midori-no-hi (Tag des Grüns): 04. Mai
  • Kodomo-no-hi (Tag der Kinder): 05. Mai
  • Umi-no-hi (Tag des Meeres): dritter Montag im Juli (16. Juli 2018, 15. Juli 2019)
  • Yama-no-hi (Tag des Berges): 11. August (erstmals 2016)
  • Obon (Tag der Toten): 13.-15. August – kein offizieller nationaler Feiertag, obwohl als traditionelles buddhistisches Fest gefeiert.

Trinkgeld: In Japan nicht nur unüblich, sondern oft noch eine Beleidigung. Perfekter Service ist in Japan eine Selbstverständlichkeit, die nicht extra honoriert werden muss. In einem Land, in dem das Bedienen nicht niedriger klassifiziert wird als andere Berufe, würde das Verhältnis zwischen Dienendem und Bedientem durch einen monetäre Prämie aus der Balance geraten. Auch wenn es unserem Verständnis der Honorierung von gutem Service widerspricht: in Japan wird kein Trinkgeld gegeben!

Gründung: Japan: 11. Februar 660 v. Chr.

Einwohner: Japan: 127 Mio. / Tokio: 9,4 Mio. / Metropolregion Tokio: 38 Mio.

Einwohner pro km²: Japan: 336 EW/ km² (zum Vergleich, Deutschland: 230 EW/ km²), Tokio: 15.112 EW/ km²

Fläche: Japan: 377.962 km² / Tokio: 622 km²

Landes- und Amtssprache: Japanisch

Zur Kirschblüte ist Tokio wohl am schönsten (Ende März – Anfang April), zählt daher aber auch zur Hauptsaison. Zu dieser Zeit reisen viele Japaner innerhalb des Landes. Zugverbindungen und Unterkünfte sind daher oft schon ausgebucht. Im Juni und Juli ist in ganz Japan (außer in Hokkaido) mit viel Regen zu rechnen. Außerdem ist es von Ende Juni – August meist drückend heiß in der Stadt. Im Herbst (Oktober und November) herrschen im Gegensatz zu den schwülen Sommermonaten angenehm kühle Temperaturen und die Luft ist klar. Im Winter (Dezember – Februar) wird es hingegen oft so kalt, dass man sich ungern draußen aufhält – es sei denn, Skifahren ist das Ziel der Reise.

Fuji: Die offizielle Bergsteigersaison dauert vom 01. Juli – 31. August. Außerhalb der regulären Saison ist eine Besteigung auch möglich, allerdings wird von japanischen Behörden davor gewarnt, weil das Wetter unvorhersehbar ist bzw. unerwartet sehr schnell wechseln kann. Außerdem haben die meisten Berghütten außerhalb der Saison nicht geöffnet. Das Wetter sollte in jedem Fall vorab geprüft werden, z.B. auf dieser Seite.

Die Zeit, in der den Toten gedacht wird (“Obon-Week”, 13.-15. August – s. oben), ist auch eine der Hauptreisezeiten der Japaner. Dasselbe gilt übrigens auch für die “Goldene Woche” (29. April – 05. Mai, s. Feiertage oben). Wenn möglich, sollten Reisen innerhalb Japans (ansonsten nur mit Reservierungen für Züge etc. vorab) bzw. auf den Fuji in dieser Zeit gemieden werden. Wir waren genau zu der Zeit auf dem Fuji und es war gefühlt ganz Japan dort, wobei die doch angeblich alle zu ihren Familien aufs Land fahren zu der Zeit..

Wissenswert ist auch, dass praktisch alles Geschäfte, Restaurants und Sehenswürdigkeiten an den Neujahrsfeiertagen (31. Dezember – 03. Januar) geschlossen sind.

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