Karottenkuchen, Rüblikuchen oder Möhrentorte – wie er auch genannt wird, so richtig sexy hört sich das ja nicht an. Doch der Schein trügt. Dahinter verbirgt sich nämlich ein köstlicher Kuchen, der aufgrund seines Namens nicht verurteilt werden sollte. Ich finde jedenfalls, dass er zum Anbeißen aussieht. Und nicht nur das! Schließlich kommt es auch bei Kuchen auf die inneren Werte an. Dazu aber gleich mehr.
Dieser Karottenkuchen passt nicht nur perfekt zu den Osterfeiertagen, sondern macht sich auch zu einer Tasse Kaffee oder Tee am Sonntagnachmittag (oder irgendeinem anderen Nachmittag) sehr gut. Im Gegensatz zum Carrot Cake von Starbucks und Co. ist er nicht zu süß und dafür herrlich saftig. Dazu kommt, dass dieser Kuchen über die Möhren hinaus noch mehr nährstoffreiche Zutaten enthält.
Wie so oft waren auch hier sehr viele Versuche nötig, um zu diesem Resultat zu kommen. Und auch hier hat es sich wieder mehr als gelohnt. Bei der Zubereitung des Bodens konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich den mit Buchweizenmehl oder mit Hafermehl (= gemahlene Haferflocken) besser finden soll. Buchweizen schmeckt eher nussig, was perfekt zu den Möhren passt. Haferflocken sind eher lieblich und machen den Kuchen noch saftiger. Wenn diese Beschreibung nicht bei der Entscheidung helfen sollte, kann ich nur dazu raten, es zu probieren.
Wann auch immer ich “the best of both worlds” haben kann, nutze ich es! Genau das mache ich bei diesem Kuchen, indem ich jeweils einen Kuchenboden backe und daraus einen Doppeldecker mache. Du kannst natürlich auch nur die doppelte Menge von einem Kuchenboden machen oder die vierfache um einen großen Doppeldecker zu backen. Wofür Du Dich auch entscheidest – die Cashew-Glasur bzw. das Frosting solltest Du Dir auf keinen Fall entgehen lassen (und Dich schon mal auf das Ausschlecken der Küchenmaschine freuen)!
Chichis wie die essbaren Blüten sind für das Gelingen des Kuchens natürlich nicht nötig, aber das Auge isst ja bekanntlich mit. Außerdem sieht das so schön nach Frühling aus…
Dieser Möhrenkuchen ist saftig, nussig & süß und schmeckt nicht nur zu Ostern. Hafermehl lässt ihn etwas lieblicher, Buchweizenmehl eher nussig schmecken. Am besten jeweils einen Boden backen und als Doppeldecker-Kuchen genießen.
- 15 g Leinsamen geschrotet
- 100 g Buchweizenmehl (ODER: Hafermehl)
- 100 g Mandelmehl
- 1/2 EL Backpulver ca. 7 g
- 1 TL Zimt
- 1/2 TL Vanille
- 1/2 TL Ingwer gemahlen
- 1/4 TL Nelken gemahlen
- 1 Prise Salz
- 120 ml Reismilch (oder andere Pflanzenmilch)
- 75 g Apfelmark (4 EL)
- 25 g Ahornsirup (2 EL)
- 2 mittelgroße Karotten (125 g) geraspelt
- 25 g Walnüsse (optional)
- 200 g Cashews (ungeröstet, ungesalzen) mind. 2 Stunden in Wasser eingeweicht
- 30 g Kokosmus (oder Kokosöl, s. Notizen) geschmolzen
- 100 g Datteln (alt. etwa 3 EL Ahornsirup)
- 1 Spritzer Zitronensaft
- 1/2 TL Bourbon Vanille
- 1 Prise Salz
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Die geschroteten Leinsamen mit 40 ml Wasser vermengen und ein paar Minuten quellen lassen.
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Den Backofen auf 180° C Umluft vorheizen und eine kleine Springform einfetten oder mit Backpapier auslegen.
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Mehl, Backpulver, Gewürze und Salz in einer großen Schüssel vermengen. in einer weiteren Schüssel Pflanzenmilch, Apfelmark, Ahornsirup und Leinsamenmischung verrühren. Zu den trockenen Zutaten geben und gut vermengen. Zum Schluss Karotten und Walnüsse unterheben.
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Teig in die Springform füllen. Kuchen im vorgeheizten Ofen 45-50 Minuten backen. (Mit einem Zahnstocher in der Mitte einstechen - bleibt nichts kleben, ist der Kuchen gar.) Aus der Springform lösen und abkühlen lassen.
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Cashews abgießen und mit allen anderen Zutaten in eine Küchenmaschine geben. Solange mixen bis eine cremige Glasur entsteht.
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Den Kuchen rundherum mit der Glasur bestreichen. (Bei einem Doppeldecker-Kuchen etwas von der Glasur auch zwischen den zwei Kuchenböden verstreichen.)
- Die Mengenangabe ist ausreichend für einen kleinen Kuchen. Für einen Doppeldecker-Kuchen die Mengen verdoppeln (aber dennoch einzeln mischen & backen).
- Hafermehl ganz einfach durch das Mahlen von Haferflocken selbst herstellen.
- Kokosmus kann ganz einfach selbst hergestellt werden. Dazu geraspelte Kokos in einer Küchenmaschine mixen (einige Minuten) bis ein cremiges Mus entsteht. Gekauftes Kokosmus (wenn fest) am besten in einem Wasserbad schmelzen.